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Klassikerinnen

Immer wieder werden wir Mediothekarinnen um Literaturtipps zu früheren Schriftstellerinnen gebeten. Wir haben Ihnen hier deshalb eine Literaturliste aller Klassikerinnen unseres Bestands zusammengestellt.

In unserer Mediothek finden Sie viele tolle Bücher von Schriftstellerinnen. Das älteste Werk darunter ist "Das Buch von der Stadt der Frauen" von 1404.  Die französische Autorin und Philosophin Christine de Pisan war die allererste Schriftstellerin, welche ihr Leben durch das Schreiben finanzieren konnte.

Weiter finden Sie unter anderem Sophie von La Roches Briefroman "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" aus dem Jahr 1771. Dieser gilt als erster deutschsprachiger Roman aus weiblicher Feder.
Fanny Lewalds Roman "Jenny" aus dem Jahr 1843 gilt wiederum als einer der wichtigsten feministischen Romane des 19. Jahrhunderts und kämpft gleichermassen gegen Sexismus und Antisemitismus an.
1880 beschreibt die Österreicherin Marie von Ebner-Eschenbach in "Lotti, die Uhrmacherin", wie sich eine Frau in der Männerdomäne des Handwerkertums durchschlagen muss.
Vicki Baum gilt als erster echter Medienstar der deutschsprachigen Literatur und hat mit "Menschen im Hotel" 1921 einen absoluten Weltbestseller geschrieben.

Selbstverständlich haben wir auch viele Originale und Übersetzungen der englischen Legenden Jane Austen und der Bronte Sisters. Das Herz Ihrer Mediothekarin, welche diese Zeilen schreibt, schlägt ganz besonders für "Pride & Prejudice" (1813) von Jane Austen. Einem ganz anderen Genre gehört Frankenstein (1818) von Mary Shelley an - ja, das Monster Frankenstein stammt aus der Feder einer Frau.

In Frankreich haben die Schriftstellerinnen schon früh die Grenzen der gesellschaftlichen Konventionen ausgelotet. George Sand hat sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in ihren Romanen für stärkere Frauenrechte und sozialkritische Themen eingesetzt. Die offen bisexuelle Frau hat sich in ihrem Roman "Gabriel" aus dem Jahr 1839 intensiv mit den damals geltenden Geschlechterrollen auseinandergesetzt. Der Roman erzählt die Geschichte von Gabriel, der als Teenager erfährt, dass er als Mädchen zur Welt kam und als Junge aufgezogen wurde, um das Familienerbe zu schützen. Später hat Colette in ihrem berühmtesten Roman "Chéri" (1920) über eine Beziehung einer Frau um die Fünfzig mit einem viel jüngeren Mann geschrieben - Auslöser des Romans war ihre Liebesbeziehung zu ihrem eigenen Stiefsohn.

Diese und viele weitere lesens- und wiederentdeckenswerte Klassikerinnen haben wir für Sie in unserer Katalogliste zusammengetragenSachbücher zum Thema finden Sie hier.

Ein letzter Tipp ganz zum Schluss: Wenn Sie sich noch mehr mit dem Thema "schreibende Frauen" auseinandersetzen wollen, führt kein Weg an "Ein Zimmer für sich allein" von Virginia Woolf vorbei. Dieser Essay aus dem Jahr 1929 ist noch immer hochaktuell!



„Ich muss mich doch wirklich darüber wundern, wie unsere Weiber jetzt, auf bloß dilettantischem Wege, eine gewiße Schreibgeschicklichkeit sich zu verschaffen wißen, die der Kunst nahe kommt.“
(Brief Schillers an Goethe vom 30.6.1797)

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